Führen bedeutet heute in erster Linie, unter schwierigen Umfeldfaktoren in Kooperation mit MitarbeiterInnen gute Ergebnisse zu erzielen. Dies stellt enorme Anforderungen an Führungskräfte. Sie stehen vor dem Dilemma, sich auf ständig wechselnde Rahmenbedingungen einstellen und gleichzeitig ein stabiles Umfeld für die Arbeit mit Kunden oder Klienten schaffen zu müssen.
"Management by Mediation" eröffnet Chancen, diese Aufgaben effektiver und entspannter zu bewältigen. Dazu vermittelt diese Ausbildung neue Herangehensweisen.
Das Konzept der Ausbildung basiert auf folgenden Grundlagen:
1. Mediation und systemische Konfliktbearbeitung in Organisationen
Basis sind hier die Konzepte der ergebnisorientierten Mediation, der systemischen Konfliktbearbeitung in Organisationen und der Entwicklung von Konfliktmanagementsystemen.
Bedeutsam sind vor allem die Arbeiten von W. Ury ("Harvard Konzept") zum Verhandeln in schwierigen Situationen.
2. Systemische Organisationsentwicklung und systemisches Management
Dabei stehen vor allem die Arbeiten von Peter Drucker ("Management der eigenen Stärken"), Edgar Schein ("Prozessberatung"), Peter Senge ("Die fünfte Dimension"), Chris Argyris ("Lernende Organisation") im Vordergrund. Besondere Beachtung findet das Konzept des "Achtsamen Managements" in unerwarteten und unsicheren Situationen von Karl E. Weick.
3. Change Management
Hier geht es um die Rahmenbedingungen und Erfolgsfaktoren für effektives Handeln in komplexen Veränderungsprozessen, wie sie vor allem Klaus Doppler ("Change Management") beschrieben hat.
Umfang und Programmstruktur
Die Weiterbildung ist aufgebaut als Intensivlehrgang mit 20 Tagen, aufgeteilt in
- 5 Module à 4 Tage (160 LE).
Dazu kommen - nach Vereinbarung - bis zu
- 4 Einzel- und Gruppencoachings (24 LE) zwischen den Modulen als integraler Bestandteil, sowie die
- Erarbeitung einer Projektarbeit incl. Literaturstudium (30 LE). Diese Arbeiten können nach Absprache in einer Kurs-Dokumentation publiziert werden.
Der Gesamtumfang beträgt 214 LE.
Inhalte
Modul 1: Konfliktmanagement als Führungsaufgabe
Die TeilnehmerInnen werden im ersten Modul in Haltung und Techniken des Klassischen Settings der Mediation eingeführt. Gemeint ist die Vermittlung in Konfliktfällen durch einen allparteilichen Dritten, der von allen Beteiligten akzeptiert wird. In praktischen Übungen lernen die TeilnehmerInnen Haltung und Techniken der klassischen Mediation kennen.
Weiters werden die Rahmenbedingungen für Management in Organisationen und Unternehmen aufgezeigt. Es geht darum, die Spannungsfelder in Veränderungsprozessen und die konkret daraus entstehenden Konfliktfelder zu analysieren. Dabei gehen wir von dem Grundgedanken aus: "Nicht der Konflikt ist das Problem, sondern die Art und Weise, wie wir damit umgehen."
Schließlich beschäftigen wir uns mit Managementkonzepten, die sich in schwierigen und unerwarteten Situationen bewährt haben. Das Konzept des "Achtsamen Managements", die Entwicklung von präventiven Konfliktmanagementsystemen und der Aufbau einer Verantwortungskultur sind Grundlagen, um Ideen für die Bearbeitung eigener Praxissituationen zu entwickeln.
Modul 2: Führen mit Mediationskompetenz
Die bislang vermittelten Grundlagen werden durch praktische Übungen und Rollenspiele vertieft. Systemische Gesprächstechniken werden vermittelt und angewandt und eigene Praxiserfahrungen reflektiert. Erste Projektideen werden entwickelt.
Darüber hinaus arbeiten wir genau heraus, wie und in welcher Form mediative Techniken im Führungshandeln zu integrieren sind. Hierzu werden Formen von Mitarbeitergesprächen wie Kritikgespräche und Fördergespräche unter mediativen Gesichtspunkten vorgestellt und praktisch erprobt.
Modul 3: Systemische Konfliktbearbeitung in Organisationen
Im dritten Modul steht die Beschäftigung mit komplexen Konfliktsituationen in und mit Gruppen oder Organisationseinheiten im Vordergrund. Es geht darum, "Settings", also Pläne für die Konfliktbearbeitung umfangreicher Konflikte, zu erarbeiten. Dabei lernen die TeilnehmerInnen die Techniken der
- Shuttle-Mediation
- Teamkonfliktmoderation
- Gruppenmediation und
- mediativer Beratung kennen.
Es geht auch darum, Klarheit in den Rollen als Führungskraft oder interner Mediator zu schaffen.
Projektideen werden konkretisiert.
Modul 4: Gestaltung von Veränderungsprozessen
Veränderungen sind immer mit Widerständen und Konflikten verbunden. Diese müssen nicht nur als Problem verstanden werden, sondern sind eine wichtige Ressource für einen guten Verlauf von Veränderungsprozessen.
Konfliktmanagement ist so betrachtet ein wesentliches Element von Change Management und ein wichtiges Tool zur Steuerung von Unternehmensprozessen.
Modul 5: Verantwortungskultur und "Achtsames Management"
Im abschließenden Modul steht die Frage im Vordergrund, wie die Elemente eines achtsamen Managements, die Entwicklung von Konfliktmanagementsystemen und die Implementierung einer Verantwortungskultur im Führungsalltag und in den Projekten umgesetzt werden können.
Termine
Modul 1: 19.03.-22.03.2012 Berlin
Modul 2: 07.05.-10.05.2012 Münster
Modul 3: 10.09.-13.09.2012 Münster
Modul 4: 05.11.-08.11.2012 Berlin
Modul 5: 18.02.-21.02.2013 Münster
Abschluss
Sie erhalten ein Zertifikat, das den Ausbildungsrichtlinien des BMWA (Deutscher Bundesverband für Mediation in Wirtschaft und Arbeitswelt) entspricht.
Veranstalter
Bundesakademie der Arbeiterwohlfahrt
